Salzkammergut – Seen, Steige und Wände

Die Osterferien (ja inzwischen bin ich beruflich an dem Punkt, dass ich die Ferien frei habe, ergänzt sich dann super mit meiner Partnerin), sind ja so der „Auf-nach-Arco“-Reisezeitraum. Und Arco mag sicherlich schön sein, aber eben zu den Osterfeiertagen brutal überlaufen. Mit der neusten Anschaffung namens Dachzelt wollen wir jedoch etwas unabhängiger und distanzierter zu den Menschenmaßen unsere Tage verbringen und daher nicht in Arco zwischen weißen Wagenburgen, VW-Bus-Karossen, Campingplätzen und langen Schlangen an Einstiegen zu Klettersteigen oder überfüllten Klettergebieten.
Das Ziel der diesigen Reise war die Salzburger Gegend und das Salzkammergut. Hier bietet die Umgebung alles, was wir für einen eher entspannteren Urlaub gesucht haben. Die vielen Seen um St. Gilgen mit Attersee, Mondsee und Wolfgangsee, Salzburg als Stadt mit Geschichte, Klettersteige, Felswände, Plaisirrouten in den leichtesten Graden, grandiose Aussichten, ein bisschen Wellness und für unsere Besuchszeit einen tollen Wettermix. ohne Niederschläge und natürlich die Möglichkeit endlich unser neues Dachzelt zu testen.
Sternenklare Nächte, fast immer ruhige Stellplätze und fast immer in der Nähe von Wasser zu sein ist schon eine der besten Grundlagen für einen solchen Trip.

Die ersten Tage haben wir am Wolfgangsee verbracht, erstmal ankommen und sich umschauen, ausloten und wissen, was wo ist. Ein Tag mit bummeln und spazieren und am See die Sonne genießen. Der zweite Tag startet aktiver und wir widmen uns den Mehrseillängen am Plombergstein. Acht Seillängen im einfachen Plaisirgrad warten mit Äskulap auf uns, um richtig anzukommen. Immer mit einer starken Aussicht über St. Gilgen auf den Wolfgangsee verbunden geht es auf den Plombergstein und im Abstieg noch durchs Felslabyrinth und die kleinen bis mittelgroßen Höhlen im Felssturz. Zum Abschluss des Tages genehmigen wir uns eine Dusche und ein paar Stunden Wellness in St. Wolfgang im Leonhardhof – Wellness Alm – quasi allein (mit zehn anderen Personen)
Am dritten Tag ziehen wir dann um an den Attersee. Der Drachenwand-Klettersteig ist derzeit noch gesperrt wegen beachtlicher Schäden im Abstieg. Alternativ und nicht weit entfernt gibt es noch den Attersee-Klettersteig auf den Mahdlgupf. 1200 Klettermeter über 600 Höhenmeter, halbe Stunde Zustieg, anderthalb Stunden Abstieg, Schwierigkeit bis D (zwei Stellen) meist B/C. Hört sich von den Fakten gut an, die Bilder im Netz haben eine unbeschreibliche Aussicht vermuten lassen. Wir machen das einfach, auch wenns für uns beide anstrengend werden kann. Die Länge des Steigs ist wirklich beeindruckend und fordert einiges an Ausdauer, vor allem, da der Abstieg sich dann von oben bis unten unglaublich zieht. Aber definitiv eine tolle Erfahrung und der Steig bietet alles an Gelände, was sich der Klettersteiggeher wünscht.

Die letzten beiden Tage verbringen wir am Mondsee mit einem ausgiebigen Nudel-Käsesaucen-Abendessen an einer öffentlichen Badestelle – ganz allein – in Salzburg, einer Stadt die wirklich schöne Ecken hat und gutes Eis und bei Henndorf am Wallersee mit Strandbad (aktuell noch freier Eintritt, da kein Betrieb) mit Sonnenuntergang und einer fast komplett ruhigen Nacht (motorradfahrende Dorfjugend) um dann am nächsten Tag über den Chiemsee mit Weißwurstfrühstück wieder nach Hause zu kommen.